„An so einen Windpark wie Riffgat müssen wir uns erst gewöhnen.“

Gisela ter Haseborg, Borkum



Landschaft und Heimat



Meeresblick und weiter Horizont gehören zur Küste. Beeinträchtigungen dieses Panoramas sowie mögliche störende Wirkungen nächtlicher Lichtsignale wurden übereinstimmend nur von küstennahen Offshore-Windparks erwartet. Auf Borkum wurde eine deutlich stärkere Beeinträchtigung durch die Lichtsignale angenommen als auf Norderney, welches deutlich weiter entfernt von Riffgat liegt. Auf dem Darß hingegen waren die negativen Erwartungen bei der Befragung 2011 deutlich schwächer ausgeprägt als 2009 – wiederum sicherlich bedingt durch die Erfahrung nach der Inbetriebnahme von Baltic 1.

Auch hinsichtlich des Heimatgefühls oder des Gemeindeimages wurden 2009 küstenferne Offshore-Windparks eher neutral, küstennahe dagegen leicht negativ eingestuft.

Interessanterweise war auf Borkum/Norderney sowie auf dem Darß von 2009 zu 2011 eine Verschiebung mit leicht positiver Tendenz festzustellen – von einer Beurteilung der Offshore-Windparks als Fremdkörper in Richtung eines charakteristischen Merkmals der Region. Dieser Trend zeigte sich nicht in den Vergleichsregionen. Etwas differenzierter fällt die Einschätzung der Auswirkungen auf das Gemeindeimage und Heimatgefühl aus: Zwar nahm die negative Beurteilung der Offshore-Windparks auch in dieser Hinsicht leicht ab, aber nur auf dem Darß kam es zu einem deutlichen Meinungsumschwung. Dort verbanden die Befragten im Jahr 2011 mit Offshore-Windparks nun einen leichten Imagegewinn und ein leicht positives Heimatgefühl. Dies könnte auch mit der von starkem Medieninteresse begleiteten Eröffnung von Baltic 1 durch Bundeskanzlerin Angela Merkel in Zusammenhang stehen. Einschränkend ist zu erwähnen, dass Offshore-Windparks auf Borkum mit negativeren Wirkungen auf das Heimatgefühl verbunden wurden als auf Norderney.


Passung des Offshore-Windparks zur Region


In der Befragung wurden den Anwohnern und Touristen Entwürfe von Offshore-Windparks gezeigt, die die natur- und kulturlandschaftlichen Strukturen der Region berücksichtigen, z. B. die Küstenlinie der Inseln nachzeichnen. Die globale Bewertung dieses Gestaltungsansatzes fiel insgesamt neutral bis leicht positiv aus. Die Gestaltung scheint weniger relevant zu sein als beispielsweise Fragen der Küstennähe oder Seeschifffahrtssicherheit.